(aus der Festzeitschrift zum 60-jährigen Jubiläum)

Im Jahre 1920 wurde in Störmede eine Sportabteilung des DJK gegründet. Das genaue Datum ist nicht bekannt. Die Gründe, die die damalige Dorfjugend bewogen haben könnte, den "Ball ins Rollen" zu bringen, waren sicher ähnlich denen, die heute eine Rolle spielen würden.

So wie heute suchte man damals sicher im Sport einen Ausgleich zur Arbeit und eine Möglichkeit Kameradschaft und Gemeinschaft zu pflegen und zu fördern. Bis zu den 30er Jahren diente Sommers Kamp am Rauhen Berg (heute Anwesen des Franz Sommers) den Störmeder Fußballern als Sportplatz. Zuvor mußte man sich mit verschiedenen Behelfsplätzen - u.a. auch in der Nähe der Steinkuhle - begnügen. Es bestand zu dieser Zeit eine 1. und 2. Mannschaft. Im Jahre 1927 konnte dann von der Gemeinde Störmede nach zähen Verhandlungen an der früheren Jahnstraße (heute: von-Hörde-Straße) ein Grundstück für die Aniegung eines Sportplatzes in einer Größe von ca. 4 Morgen erworben werden. Die Einweihung des Platzes erfolgte im Jahre 1929.

Die kirchliche Einsegnung nahm damals Vikar Steinrücken vor. Heute ist das Gelände mit etwa 10 Wohnhäusern bebaut. Es ist der Bereich an der jetzigen von-Bocholtz-Straße. Um das Jahr 1930 wurde auch mit dem Aufbau einer Jugendmannschaft begonnen, da es im Dorf genügend Jugendliche gab, die sich dem Fußballsport widmen wollten. Nach der Erstellung dieses "festen" Sportplatzes an der Jahnstraße blieben dann die Erfolge nicht aus.

Ein großer und bedeutender Tag war der 17. Mal 1931. In ihrem letzten Spiel um die Bezirksmeisterschaft im Bezirk Paderborn mußten die "Schwarz-Weißen" nach Siegen über Tudorf und Horn auf dem Sportplatz in Eisen gegen Olympia Lippstadt spielen und sie gewannen 2:1. Mit diesem nicht erwarteten Sieg waren sie Bezirksmeister und die Lichter gingen an diesem Abend in Störmede erst spät aus.
Einen noch größeren Triumph konnte man ein Jahr später feiern. Der Kampf um Ostwestfalens höchste Würde in der Spielsaison 1931132 der Gaumeisterschaft wurde am 22. Mai auf dem Sportplatz in Thüle ausgetragen. Die Wichtigkeit und Bedeutung dieses Spiels ist auch daran abzulesen, daß zu dieser Begegnung etwa 800 Zuschauer dem Spiel eine hervorragende Kulisse gaben. Ausschlaggebend war neben der besseren Technik und Gewandtheit gegenüber dem Gegner der "Schwarz-Weiße' Rechtsaußen Schnieders, der durch seine "forschen Flanken und Sturmläufe" den Gegner in arge Bedrängnis gebracht hatte.
Diese zahlreichen und z.T. hochdramatischen Schlachten bleiben allen Beteiligten unvergessen. Während der Zeit vor dem 2. Weltkrieg gehörte die Störmeder Mannschaft lange Jahre der Hellweggruppe an, in der auch viele Hammer Vereine spielten. Vor allem diese Vereine und auch die Schiedsrichter aus dem städtischen Raum freuten sich immer wieder über die guten und deftigen Schinkenschitten von der Vereinswirtin "Kempers Mutter".



Namen: v.l. J. Lammert, Fr. Gödde, A. Jütte, W. Jütte, H. Struwe, K. Deiters,
J. Marks, A. Höning, W. Ostermann, W. Moge


Nach dem Krieg 1946 bis 1950 stieg die"Erste" zweimal in die Bezirksklasse auf und wieder ab in die 1. Kreisklasse. In den Jahren 1954/55 war es ebenso: Auf- und Abstieg. Nach vielen Erfolgen aber kamen dann wie in jeder Sportart die bekannten "mageren" Jahre. Schaffte man 1958 noch den Vizemeister in der 1. Kreisklasse, mußte man sich 1959 mit dem Abstieg in die 2. Kreisklasse abfinden. Der Aufenthalt in dieser Umgebung dauerte nur 1 Jahr. Denn mit überzeugenden Leistungen wurde mit dem Einsatz jüngerer Spieler auf Anhieb der Wiederaufstieg geschafft. Dies war umso erfreulicher, da im Jahre 1960 das 40jährige Vereinsjubiläum im großen Rahmen in der Schützenhalle gefeiert wurde.

Diese kurzen Rückblicke zeigen, daß im Störmeder Fußball immer Bewegung war, sowohl nach unten als auch nach oben. Ruhiger verliefen dann allerdings die folgenden 5 Jahre, da man sich immer besser in der 1. Kreisklasse Lippstadt behaupten konnte. Diese Stabilisierung erreichte 1965 einen ersten Höhepunkt, da man die Vizemeisterschaft erringen konnte. Jetzt war nur noch der weitere Aufstieg der größte Wunsch aller Fußballbegeisterten. Was man sich seit langem vorgenommen hatte, konnte dann von den Spielern 1966 in die Tat umgesetzt werden. Die Mühen des Trainings, die gute Kameradschaft und der starke Kampfgeist machten sich bezahlt. Der Aufstieg in die Bezirksklasse Paderborn war erreicht. Skeptiker glaubten nicht an ein langes Verbleiben in dieser Umgebung, doch sie
wurden eines besseren belehrt, da die Mannschaft mit ein wenig Glück ganz gut in dieser Klasse mitmischte.
Bis zum Jahre 1971 zeigte die Mannschaft z.T. großartige Spiele an der Jahnstraße, wie auch in folgendem Artikel (Juni 1970) zu lesen ist: Das war endlich wieder einmal der alte SuS. Von Anfang an ging die Mannschaft mit entsprechendem Einsatz zu Werk. So hatte Schloß Neuhaus nicht viel zu bestellen. Nachdem Simon schon in der 8. und 15. Minute eine beruhigende 2:0 Führung herausgeschossen hatte, lief das Spiel wie in alten Zeiten. Die Gäste wurden förmlich auseinandergenommen. Bis zur Pause baute Markowski,der später leider verletzt wurde, die Führung auf 4:0 aus. Dann aber ließen die Gastgeber die Zügel im sicheren Gefühl des Sieges etwas schleifen. Dennoch erhöhte Beklas auf 5:0, ehe den Gästen kurz vor Spielende im Anschluß an einen Freistoß der Ehrentreffer gelang. Selbst in dieser Höhe geht Störmedes Sieg voll und ganz in Ordnung.



Unser Bild zeigte die Mannschaft, deren Spieler zur Erringung der Meisterschaft beigetragen haben:
Stehend von links: Seifert I, Heckemeier, Seifert II., Lammert, Pötting, Deiters H., Hohmann H., Rieländer und Marks.
Kniend von links: Kißler, Bartmeier, Markowski, Torwart Deiters, Mißmahl, Dreier A., Wrede.
ganz links: Geschäftsführer Willi Lammert, ganz rechts: 1. Vorsitzender Georg Beklas.
Auf unseren Bild fehlt der in der 1. Serie mitwirkende Fr.-J. Harrenkamp, der jetzt für den süddeutschen Verbandsligisten FC Münchberg spielt und wesentlich zum Sieg beigetragen hat.


Bedingt durch Spielerabgänge und Spielerwechsel zu anderen Vereinen mußte 1971 allerdings der bittere Weg in die 1. Kreisklasse angetreten werden. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, daß während der Zugehörigkeit zur Bezirksklasse im DFB-Pokat-Wettbewerb namhafte Gegner, wie z.B. der Verbandstigist SVA Gütersloh und der Landesligist Borussia Lippstadt, ausgeschaltet wurden.

Vereinsmäßig betrachtet war das Jahr 1970 der bisher größte Anlaß zum Feiern. Vom 14. bis 16. August feierte man das 50jährige Vereinsjubiläum. Auf der Schützenhalle wurden die Jubilare geehrt, eine große Sportschau mit Kunstradfahren, Judo, Trampolin-Springen, Tischtennis, und Boxen, um nur einiges zu nennen, geboten und mit einem Sportlerball das großartige Jubelfest beendet.

Mit dem Aufstieg in die Bez.-Klasse im Spieljahr 1965/66 konnten aber auch auf Drängen des Vereins einige räumliche Veränderungen im Vereinslokal erreicht werden. Während man sich bis zu diesem Zeitpunkt regelmäßig im Nebenraum der Gastwirtschaft umziehen mußte (dies galt insbesondere für die Gastmannschaften) und das Waschen mit kaltem Wasser (ob Sommer oder Winter) auf dem Hinterhof des Vereinslokals unter der Handpumpe erfolgte, wurden nun aus der ehemaligen Waschküche und einem Stallgebäude zwischen Saal und dem landw. Gebäudeteil Umkleideräume mit Duschgelegenheiten. Für die damaligen Verhältnisse im Vereinslokal war dies ein riesiger Fortschritt.

Weiterhin wurden im Jahre 1965166 Verhandlungen mit dem Baron von Ketteler aufgenommen mit dem Ziele, an der Albert-Brand-Str. ein geeignetes Gelände für die Errichtung eines modernen Sportzentrums zu erwerben. Was kaum jemand für möglich gehalten hatte wurde zur Wirklichkeit. Die ehemalige selbständige Gemeinde Störmede erwarb an dieser Stelle rd. 15 Morgen für die sporttreibende Jugend. Zuvor waren von dem vorerwähnten Eigentümer bereits 3 Morgen für die Errichtung einer neuen Schule angekauft worden. Auf diesem Sportgelände, was als mustergültig anzusehen ist, und um das der SuS von vielen auswärtigen Vereinen beneidet wird, befinden sich heute eine geräumige Turnhalle, ein Lehrschwimmbecken, welches auch der Allgemeinheit zur Verfügung steht, ein Rasen- und ein Tennenplatz.

Sämtliche Anlagen stehen sowohl dem Vereinssport als auch dem Schulsport zur Verfügung. Die beiden Sportplätze wurden in den Jahren 1972-73 fertiggestellt und ihrer Bestimmung übergeben. Im Jahre 1980 schafften es die Störmeder Sportler vorwiegend in Eigenleistungen, zu den bestehenden Gebäuden einen geräumigen Clubraum zu erstellen.

Vor der kommunalen Neugliederung im Jahre 1973 sind beide Plätze vom Spiel- und Sportverein Störmede zunächst für die Dauer von 30 Jahren angepachtet worden. Damit hat der SuS im Rahmen des Pachtvertrages volle Verfügungsgewalt über die Platzanlagen. Die Pflege der Anlagen wird zum größten Teil von Vereinsmitgliedern unentgeltlich durchgeführt. Dadurch ergibt sich für den neuen Eigentümer (Stadt Geseke) eine erhebliche finanzielle Entlastung.

Seit der Inbetriebnahme des neuen Sportgeländes blieben überraschenderweise die sportlichen Erfolge völlig aus. Anscheinend konnte man sich auf die neuen Verhältnisse nicht einstellen. Man hatte jetzt zwar eine mustergültige Sportanlage, andererseits aber eine völlig desolate 1. Mannschaft. Der Abstieg in die 2. Kreisklasse war deshalb nur eine Frage der Zeit. Dieser vollzog sich dann auch prompt im Jahre 1975.

Trotzdem setzte mit Inbetriebnahme der Sportanlagen plötzlich eine ungeahnte Aktivität auf dem gesamten Sportsektor ein. Innerhalb kürzester Zeit gründeten sich zunächst zur Fußballabteilung eine Volleyball-, Tischtennisund eine Damengymnastikabteilung. Alle Abteilungen werden unter dem Gesamtverein SuS 1920 e.v. Störmede geführt. Der Verein zählt z.Z. über 500 Mitglieder und ist somit im Ort Störmede der zahlenmäßig stärkste Verein.

Wenn auch die Erfolge der 1. Fußballmannschaft ausblieben, so konnte die Al Jugend 1979 einen Triumph feiern, der der "Ersten" Ansporn sein sollte. Die Jugendmannschaft wurde in ihrer Klasse Meister und stieg in die Leistungsklasse auf. Gerade durch beharrliche und intensive Jugendarbeit ist man heute beim SuS wieder auf dem richtigen Weg. Die derzeitigen Erfolge aller Mannschaften sind ein deutlicher Beweis. Hervorzuheben ist hierbei die 2. Mannschaft, die sich bereits einige Spieltage vor Abschluß der laufenden Saison den Meistertitel und somit den Aufstieg in die Kreisliga-Sonderklasse in unnachahmlicher Manier sichern konnte.

Ausklingen soll dieser Rückblick aber nicht ohne eine Gruppe von Sportlern erwähnt zu haben, die fast unauffällg ihre "Arbeit" verrichten und auch gerade dadurch unseren Dank und Anerkennung verdient: Die Schiedsrichter des SuS. Stolz ist der SuS darauf, daß ihm Männer angehören, die auf fremden Plätzen Sonntag für Sonntag pfeifen und dadurch den Störmeder Sportverein weithin bekannt machen.
Es sind dies: Franz Harrenkamp, Josef Thielers, Theo Bai tmeier 1946 bis 1950, Heinz Jackisch 1960 bis 1967, Josef Marx 1966 bis 1969, Herbert Brinkhaus 1971 bis 1975, Anton Dreier 1966 bis 1970, Hubert Struwe ab 1973 und Franz-Josef Kemper-Köster ab 1978.

Der jährliche Zuwachs an Mitgliedern gerade im SuS im Gegensatz zu anderen Vereinen der Stadt Geseke hebt seine Attraktivität und Gewichtigkeit hervor, um deren Erhalt und Förderung der Vorstand immer bemüht sein wird.

[aus der Festzeitschrift zum 60-jährigen Jubiläum]




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